Ausstellungen - 2013

 

Heiner Blumenthal, dry point

Neue Kaltnadelradierungen

22.11.2013 - 13.12.2013

BlumenthalSabine Müller schrieb im Kunstforum International über die Radierungen des Kölner Künstlers Heiner Blumenthal (*1956): „Seine Arbeiten sind auf das Wenigste reduziert, was für eine Radierung nötig ist, Kaltnadel und Farbe auf weißem Bütten. Es geht also um die Linie, die das quadratische Blattformat durchmisst, elastisch ausschwingend, eckig, zögerlich, dann wieder gelassen zur Ruhe kommt. In diesen knappen Notierungen liegt eine buchstäblich zum Greifen nahe Spannung, eine Intensität, die kaum auszuhalten ist.“ Heiner Blumenthal verfolgt in Zeichnung, Malerei und Druckgraphik Strategien von Zufall, Kontrolle und Abwarten, die auf Grund der unterschiedlichen technischen Gegebenheiten zu parallelen, aber in ihrer Wirkung wiederum sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. In München zeigte er seine Werke u. a. in der Artothek und 2004 im Radierverein. Jetzt sind im Radierverein neue Kaltnadelradierungen und Gemälde zu sehen, so dass in der Konfrontation der Techniken deren Besonderheit und Blumenthals Verfahren aktuell zu erleben sind.

Ulrike Kolb / Eva Schöffel, Word And Site

kolb Abbildung: Ulrike Kolb o.T. (Landschaften) 2006, C-Print, 20 x 30 cm13.09.2013 - 4.10.2013
Eröffnung:     13.09.2013, 19.00 – 21.00 Uhr
Einführung:    Dr. Andreas Strobl

In der Ausstellung „Word And Site“ mit Arbeiten von Ulrike Kolb und Eva Schöffel versammelt der Radierverein Werke zweier Künstlerinnen, die zeigen, dass multiplizierbare Kunst heute eine große Bandbreite abdeckt.

Eva Schöffel richtet in Linolschnitten und Cut Outs aus Karton ihr Augenmerk auf Gebäudestrukturen und verortet ihre künstlerische Thematik im städtischen Kontext. Ihre Intention kann man als Grundlagenforschung zur Darstellung von Raum bezeichnen.
In einer neuen fotografischen Serie „Briefe“ arbeitet Eva Schöffel mit Schriftbildern. Einzelne handschriftlich auf Papier aufgetragene Wörter und Textpassagen scheinen wie Fragmente von Briefseiten der Vollendung zu harren. Die Sätze wirken wie Gedankensplitter, können aber auch als Selbstbefragung oder als Botschaft an eine imaginäre Person gedeutet werden.

Ulrike Kolb präsentiert fotografische Arbeiten aus zwei Werkreihen. Die Serie „Im Haus der Stadt“ zeigt fragmentierte Ausschnitte von architektonischen Formen, die Orte bleiben anonym und unspektakulär. Die Genauigkeit der Komposition und die Subtilität der Farben betonen die skulpturale Eigenschaft von Treppenstufen und Hauseingängen, die grafische Wirkung von Fliesen und Fensterreihen. Die „Landschaften“, ganz gleich ob Ulrike Kolb sie in Bayern, Brandenburg oder Südafrika aufnimmt, wecken Assoziationen an romantische oder auch niederländische Malerei. Entscheidend ist hier der besondere Moment, eine einmalige Stimmung, ein glückhafter Augenblick.

Über die Erdung - Druckgraphische Arbeiten

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05.07.2013 - 26.07.2013

Volker Lehnert und Studierende der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Volker Lehnert stellt ein Gespräch mit den Studenten, das im Katalog abgedruckt ist, unter das Motto von Asger Jorn, der seine Druckgraphik einmal als „Erdung“ seiner Kunst bezeichnete. Auch die jungen Künstlerinnen und Künstler sehen in der Verlangsamung der Arbeit in den technischen Verfahren des Drucks eine besondere Möglichkeit zum Kern ihrer Ideen zu gelangen. Alle Techniken sind in der Ausstellung vertreten von Radierung und Kaltnadelradierung, über Linol- und Holzschnitt, Serigraphie und Digitaldruck bis hin zu experimentellen Verfahren.

Beteiligt sind: Nina Joanna Bergold (*1980), Karin Brosa (*1978), Mail Dakowicz (*1976), Sarah Huber (*1987), Ilona Kohut (*1978), Annakatrin Liebig (*1989), Johanna Markert (*1989), Claudia Merk (*1982), Frédéric Mertz (*1984), Nadine Norell (*1985), Zita Ritter (*1988), Sarah Schell (*1983), Vincent Schmid (*1981), Lisa Steinbauer (*1983), Michael Stolz (*1983), Claudia Storch (*1978).
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Original-Linolschnitt von Sarah Huber als Umschlag

Salü, Zimelien der Werkstatt Matthieu, Zürich

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07.06.–28.06.2013

Lithografien von Horst Antes, Bruno Bruni, Adam Lude Döring, Hans Jörg Glattfelder, Günter Grass, Werner Hartmann, Gottfried Helnwein, Gernot Kissel, Wolfgang Lösche, Barbara Nessim, Jean Michel Neukom, Carlo Pizzichini, Paul Wunderlich, Rolf Ziegler

Der Stempel „Matthieu Litho Switzerland“ ist eine Qualitätsgarantie. Die „Graphische Kunstwerkstätte Emil Matthieu“ in Zürich war jahrzehntelang eine der führenden Lithopressen in Europa, deren Qualitätsstandards konkrete wie auch gegenständlich arbeitende Künstler anzog. So konnte Matthieu mit den unterschiedlichsten namhaften Künstlern seiner Zeit zusammenarbeiten: Lithographien von Horst Antes, Bruno Bruni, Adam Lude Döring, Hans Jörg Glattfelder, Günter Grass, Werner Hartmann, Gottfried Helnwein, Gernot Kissel, Wolfgang Lösche, Barbara Nessim, Jean Michel Neukom, Carlo Pizzichini, Paul Wunderlich, Rolf Ziegler.
Die Ausstellung zeigt eine (verkäufliche) Auswahl aus dem Nachlass des Ateliers, Sie bietet Überraschendes und dürfte nicht zuletzt für den Liebhaber und Sammler der Lithographie von Interesse sein.

Die Münchener Secession zu Gast im Radierverein: Druckgraphik

08.05.2013 - 31.05.2013

Mit Arbeiten von Ludwig Arnold, Thomas Bindl, Simon Dittrich, Christoph Drexler, Jörg Haberland, Alto Hien, Klaus Hilgendag, Philipp Mager, Hartmut Pfeuffer, Gesa Puell, Inge Regnat-Ulner, Michael Runschke, Horst Sauerbruch, Walter Tafelmaier, Jan Thomas, Max Wagner, Christian Wichmann, Peter Zeiler.

Peter Lang, Radierungen

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12.04.–03.05.2013

Peter Lang (1965 in Holzkirchen geboren, lebt in Gleißenberg/Oberpfalz) wurde mit seinen aus dem Naturerlebnis heraus entwickelten geometrischen Abstraktionen bekannt. Die zum Teil monumentalen Holzschnitte auf Papier und Leinwand zeigte er unter anderem in einer umfangreichen Ausstellung in der Galerie der Bayerischen Landesbank 2005 in München. Ein Malaufenthalt im folgenden Jahr in Norwegen führte den Künstler zur direkten Auseinandersetzung mit der Natur zurück. Und während eines anschließenden, längeren Aufenthalts im Ammergebirge, eines zwar durch Ludwigs II. Märchenschloss Linderhof bekannten, aber immer noch naturwüchsigen und wenig erschlossenen Gebiets, entstanden vor Ort auch Radierungen. Diese nach langen Jahren erneute Auseinandersetzung mit dem Tiefdruck wird in der Ausstellung des Radiervereins erstmals geschlossen gezeigt werden. Mit „Peters Reisecontainer“ (prc), entworfen von dem bekannten Münchner Architekten Florian Nagler, schuf sich der Künstler in den folgenden Jahren ein mobiles Heim, Atelier und Transportvehikel, das erstmals 2010/11 in Patagonien zum Einsatz kam. Das Erlebnis der Weite der Landschaft, des Lichts und der Stimmung und nicht zuletzt der Kräfte der Natur konnten nun vor Ort auch in großformatige Malerei umgesetzt werden. Nach einer Ausstellungstour des Containers, unter anderem im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen, steht das mobile Atelier seit letztem Jahr nun auf Island, wo Peter Lang wieder intensiv malt und zeichnet. Seit langem Mitglied im Radierverein zeigt der Künstler auch jüngste druckgraphische Arbeiten, die als Reaktion und Weiterentwicklung seiner neueren Landschaftsmalerei in den letzten Monaten entstanden. Weitere Informationen: www.peter-lang.info

Ernst Skricka. Inne Werden - Radierungen

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1. Februar – 1. März 2013

Eröffnung: 31. Januar, 19 – 21 Uhr

Die Ausstellung wird eröffnet von Botschafter Dr. Martin Eichtinger, Leiter der Kulturpolitischen Sektion des Österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten.

Zum Werk spricht der Künstlerische Vorstand des Vereins Christoph Hessel, der Künstler ist anwesend.

Ernst Skricka (*1946) zählt zu den namhaften Malern und Graphikern Österreichs in seiner Generation. Nach seinen Studien an der Wiener Akademie der bildenden Künste und der Wiener Universität, die er 1970 mit einem Graphikdiplom und dem Magister abschloss, baute er sich eine eigene Graphikwerkstatt auf und arbeit seither parallel auch als Maler. Er lebt in Wien und Heinrichs bei Weitra in Niederösterreich.

Bis heute ist Ernst Skricka der Darstellung des Menschen verpflichtet. Dem Körperlichen gibt er dabei eine überraschende Form. In ausholend gestischen Zügen von Pinsel oder Kohle entstehen fast abstrakte Zeichen, die auf den ersten Blick nicht an Menschen erinnern müssen, dann aber einen ungewohnten Blick auf die Gestalt und das Menschliche eröffnen. Oft arbeitet der Künstler dabei in Serien, wobei seine Kombination von Malerei und Zeichnung auf schweren Büttenpapieren monumentale Formate erreichen kann. Auch in der Druckgraphik arbeitet Ernst Skricka mit dem Gegensatz von klarer Linie und malerischen Gesten, wofür sich die Radierung besonders gut eignet. Es entstehen so Zeichen, die an Hieroglyphen erinnern können. Diese erzählen vom Menschen als einer Kreatur, die ebenso leiden, wie sie Stärke, Freiheit und Leichtigkeit demonstrieren kann. Wenige, mal spontan, mal präzise gesetzte Striche können sich so mit einer erstaunlichen Fülle an Ausdruck aufladen und sind zugleich Zeugnis einer kraftvollen künstlerischen Setzung.

Obwohl der Künstler von der renommierten Galerie Welz in Salzburg vertreten wird, zeigt der Radierverein erstmals seine Graphiken in Deutschland. In Österreich gut bekannt, können Ernst Skricka und sein unverwechselbares Werk bei uns noch entdeckt werden.